Yakisugi – traditionelle japanische Holzschutzmethode

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Yakisugi (auch Shou Sugi Ban genannt) ist eine jahrhundertealte japanische Technik zur Holzveredelung, bei der die Oberfläche von Holz durch kontrolliertes Verbrennen karbonisiert wird. Durch diese Methode entsteht eine schwarze, feuerbeständige und wasserabweisende Schutzschicht, die das Holz langlebig, wetterfest sowie resistent gegen Schimmel und Insekten macht.

Autor

Tsuneo

Ishikawa

Architekt Prof. Dr. Tsuneo Ishikawa, Technische Universität Maebashi und Leiter des IBN-Partnerinstituts "Baubiologie Institute of Japan BIJ"

Die Holzveredelungsmethode Yakisugi stammt aus Japan. Die Technik wurde vor allem in Küsten- und Gebirgsregionen eingesetzt, um Zedernholz (Cryptomeria japonica) durch kontrolliertes Abbrennen widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit, Pilze, Insekten und Witterung zu machen. Ursprünglich diente das Verfahren rein dem Schutz von Fassaden und Schindeln in feuchten Klimazonen. Heute erlebt Yakisugi eine Renaissance, da es Langlebigkeit und eine markante Ästhetik ohne chemische Holzschutzmittel vereint.

Yaki = gebrannt | Sugi = Zedernholz

Informationsbroschüre zum Download: „Haus auf Stelzen“ – Quelle: Bayerische Staatsforsten, 2020

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Der Prozess der Holzveredelung

Das Verfahren ist vergleichsweise einfach: traditionell werden immer 3 Holzbretter zusammengebunden und bilden so eine dreieckige Röhre. Unten mit Zeitungspapier oder Stroh angezündet entsteht schnell ein Kamineffekt der die Bretter innenseitig abbrennen lässt. Schwierigkeit ist hier vor allem das richtige Timing und „löschen“ des Abbrandes.

Deshalb wird bei heutigen Herstellungsmethoden Yakisugi meist mit offener Flamme oder Gasbrenner in Beflammungsanlagen hergestellt, die eine exakte Steuerung des Verbrennungsvorgangs ermöglichen. abgebrannt. Je nach Intensität des Brandes verändern sich Farbe, Textur und Widerstandsfähigkeit. Anschließend werden Ruß sowie Reste durch Bürsten oder Wasser entfernt und das Holz oft mit natürlichen Ölen oder Wachsen versiegelt, um es zu schützen und atmungsaktiv zu halten.

Heute wird Yakisugi weltweit, besonders für Fassaden und Terrassen, eingesetzt. Die Patina schützt das Holz und verleiht ihm eine markante Ästhetik. Traditionell wird Zedernholz verwendet, doch auch andere Hölzer wie Eiche, Lärche oder Fichte sind geeignet, wobei Farbe und Struktur stark variieren können.

1 Vorbereitete „Kamine“ aus Zedernholzbrettern
2 Unter den „Kaminen“ werden Feuer entfacht
3 Alternativ kann auch mit einem Gasbrenner gearbeitet werden
4 Fertig verkohlte Zedernbretter
5 Yakisugi-Fassade

Vorteile

Es handelt sich um eine vergleichsweise umweltfreundliche Methode zur Holzveredelung. Im Gegensatz zu Holzschutzverfahren mit gesundheits- oder umweltschädlichen Inhaltsstoffen, kommt Yakisugi ohne den Einsatz toxischer Substanzen aus.

Darüber hinaus trägt Yakisugi zur Langlebigkeit von Holz bei. Das Verfahren schützt das Holz vor Schimmel, Fäulnis und Insektenbefall, ohne auf synthetische Holzschutzmittel zurückgreifen zu müssen. Die so behandelten Hölzer sind zudem widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeit und Temperaturänderungen, was ihre Lebensdauer erheblich verlängert. Dadurch bleibt das Holz auch ohne weitere Pflege oder Behandlung lange in gutem Zustand.

Nachteile

Das Abbrennen von Holz – insbesondere bei Eigenleistung – erfordert Erfahrung und sorgfältige Brandschutzmaßnahmen, da die Arbeit mit offenen Flammen insbesondere in dicht besiedelten Gebieten Risiken birgt. Unsachgemäße Anwendung kann zu unkontrollierten Bränden führen. Zudem ist die verkohlte Oberfläche trotz guter Haltbarkeit nicht völlig witterungsbeständig: Starke Sonne oder Regen können sie mit der Zeit verblassen oder abblättern lassen, zusätzlicher konstruktiver Holzschutz (z.B. Dachüberstand) ist deshalb empfehlenswert.

Auch wenn Yakisugi als umweltfreundlich gilt, kann die verkohlte Holzschicht Schadstoffe wie Feinstaub, Ruß und PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten und kann zudem auch nach verkohltem Holz riechen. Das IBN rät deshalb davon ab, es ohne vorherige Abklärung mit den Anbietern bzw. ohne Schadstoffmessungen in Innenräumen zu verwenden.

Zudem ist Yakisugi im Vergleich zu unbehandeltem Holz (z. B. klassische Lärchenholzfassade) vergleichsweise energieintensiv in der Herstellung.

 „Haus auf Stelzen“

Ein schönes Beispiel für die Anwendung von Yakisugi in der modernen Architektur ist das „Haus auf Stelzen“der Bayerischen Staatsforsten. Das innovative Bauprojekt, nutzt die traditionelle japanische Holzveredelungstechnik, um eine widerstandsfähige und gleichzeitig ästhetisch ansprechende Fassade zu schaffen.

Die Entscheidung, Yakisugi für die Außenhülle des Hauses zu verwenden, war nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern auch eine bewusste Entscheidung für Nachhaltigkeit. Die verkohlte Fichtenholzoberfläche schützt das Gebäude vor den klimatischen Herausforderungen der Region – wie häufigen Niederschlägen und wechselnden Temperaturen – und sorgt gleichzeitig dafür, dass das Material langfristig seine Widerstandsfähigkeit bewahrt. Darüber hinaus wurde der natürliche Charme des verbrannten Holzes mit dem modernen, minimalistischen Design des Stelzenhauses kombiniert, wodurch ein bemerkenswertes Gleichgewicht zwischen traditioneller Technik und zeitgenössischer Architektur entstand.

6 Haus auf Stelzen“ mit Yakisugi-Fassaden in Regensburg
7 Durch die geölten Fenster, Türen und Schiebeläden aus Lärchenholz erhält der Fassade eine ganz besondere Dynamik
8 Spannende Fassade dank japanischer Holzschutztechnik

Quellenangaben

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Titelbild: Prof. Dr. Tsuneo Ishikawa
Bilder 1-5: Prof. Dr. Tsuneo Ishikawa
Bilder 6-8: © Manfred Jarisch, © Bayerische Staatsforsten

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