Lehmbackofen im Freien – sinnlich erfahrbarer Kommunikationsmittelpunkt
Es macht Spaß, im Sommer mit Familie, Freunden oder Nachbarn im Freien zu sitzen, zu plaudern und gemütlich das Essen vorzubereiten: Brot- und Pizzateig benötigen genügend Zeit zum Aufgehen. Der Lehmgrundofen wird ca. 1 Stunde mit trockenem Holz aufgeheizt, bis innen die Oberflächentemperatur 350-400 °C und die Lufttemperatur 250-300 °C beträgt. Nun kann jeder seine Pizza nach eigenen Vorstellungen und eigenem Geschmack belegen. Besonders Kindern macht das großen Spaß, ebenso das Einschieben und Herausholen der eigenen Pizza. Einmal aufgeheizt, reicht die Temperatur für ca. 25 kleinere Pizzen. Nach einer weiteren Stunde hat sich die Oberflächen-Innentemperatur auf 220-250 °C reduziert und nun kann Brot gebacken werden, ca. 4-6 Laibe je nach Brotgröße. Danach reicht die Wärme noch aus, um Gemüse, z.B. Auberginen, Karotten, Paprika oder Zucchini schonend zu garen. Am nächsten Morgen können bei ca. 50 °C Kräuter oder Obst getrocknet werden.

Ofenportal und erste Korpusschicht gemauert
Der Ofenrohrbogen wird eingesetzt 
Die Schlusssteine werden eingefügt
Innenleben eines Lehmofens
Der Oberputz ist getrocknet
Alle freuen sich1 Ofenportal und erste Korpusschicht gemauert2 Der Ofenrohrbogen wird eingesetzt 3 Die Schlusssteine werden eingefügt4 Innenleben eines Lehmofens5 Der Oberputz ist getrocknet6 Alle freuen sich
Der Lehmgrundofen
- ist je nach Größe (1,0-1,3 m breit und 1,3-1,6 m lang) in 2-3 Tagen gebaut,
- ist kostengünstig, da selbstbaufreundlich,
- ist ein visuell ansprechendes Bauwerk und ist ein
- sinnlich erfahrbarer Kommunikationsmittelpunkt,
- ist aus „gesunden“ Baustoffen,
- benötigt einen Wetterschutz (Plane oder besser ein Dach mit reichlich Dachüberstand),
- braucht eine Grundfläche von ca. 2-3 m2, benötigt ein Streifenfundament ohne Stahlbewehrung und ist problemlos recyclebar.
Der Sockel
- kann aus beliebigem Material (Hochlochziegel, Betonsteine, Porenbetonsteine o.ä.) gebaut werden,
- sollte ringsum 10-20 cm breiter sein, als der Lehmofenkorpus und
- seine Höhe kann zwischen 0,5-1 m variieren.
Der Lehmofenkorpus
ist gemauert und sollte überall mindestens 15 cm dick sein (Steine und 3 cm Lehmputz zwei- bis dreilagig).

Die Portalschablone und die Korpusumrandung
Drei Lagen Korpusschichten sind gemauert
Der Ofenboden ist gefliest
Ofenboden mit verschiedenen Fliesen
Isolationsschicht Thermoperlite
Lehmofen verputzt und gefliest7 Die Portalschablone und die Korpusumrandung8 Drei Lagen Korpusschichten sind gemauert9 Der Ofenboden ist gefliest10 Ofenboden mit verschiedenen Fliesen11 Isolationsschicht Thermoperlite12 Lehmofen verputzt und gefliest
Materialbedarf für den Korpus
- ca. 70-110 Vollziegel- oder Schamottesteine
- Lehmmörtel zum Mauern (ca. 100 Liter)
- ca. 1 m2 Terracotta-Fliesen/Granit/Schamotte o.ä. als Backgut-Einschubebene („Fußboden“). Sie müssen eben verlegt und oberflächenglatt sein
- Ofentüre (große Steinplatte/Metall)
- ca. 20 schmale Vollmetersteine für das Eingangsportal
- evtl. 2-3 m2 Mattenisolierung und Ziegelrabbitz
- Backofenthermometer
- ca. 2 m Ofenrohr mit Verschlussklappe (100-150 mm)
- Holzschablone für das Ofenportal (Mauerhilfe für das Portalgewölbe)
- 100-150 Liter Lehmputz (Unter-/Oberputz)
- evtl. Verzierungsmaterial (Muscheln, Steine, buntes Glas o.ä.)
Bauanleitung
- Eingangsportal auf den zuvor erstellten Sockel aufgemauert (mit Holzschablone).
- 2-3 Steinschichten ringsum vermauern (Steine außen verkeilen!). Die Steinlagen orientieren sich am schon bestehenden Portalgewölbe.
- „Fußbodenfläche“mit Fliesen/Schamottesteinen belegen und mit Lehm ausfugen.
- Sind 2/3 des Lehmofens gemauert, an die Ofenrohr-Öffnung denken.
- Gewölbe mit sorgfältig bearbeiteten Schlusssteinen verschließen.
- Sofort außen eine Lehmausgleichsschicht aufbringen.
- Ofen danach trocknen lassen oder sanft trockenheizen.
- Noch zwei Lehmschichten (Unter- und Oberputz) auftragen.
- Am Ende evtl. den Ofen verzieren.
- Als „Energiesparfaktor“ kann nach der Lehmausgleichsschicht ein Dämmstoff (z.B. Perlitedämmputz) aufgebracht werden. In diesem Falle sollte ein Ziegelrabbitz- Gewebe auf die Isolierung gelegt werden. Schicht für Schicht trocknen lassen.
Aus „Wohnung + Gesundheit Nr. 143/2012“
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