Elektrosmog am Bett reduzieren!
Nutzung heutzutage
Die Nutzung elektromagnetischer Wellen im direkten menschlichen Umfeld, nah am Körper und in unseren Häusern, Wohn- und auch Schlafräumen, ist in den letzten Jahrzehnten geradezu explodiert und betrifft jeden intensiv, hier einige Beispiele:
- Fast alle besitzen mittlerweile ein Smartphone und nutzen es intensiv – längst nicht mehr nur zum Telefonieren, sondern vor allem für die vielfältigen Informations- und Unterhaltungsmöglichkeiten, die Internet und Apps bieten. Dies offenbar in einem Ausmaß, das zumindest aus psychologischen Gründen viele Fachleute alarmiert; insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen zeigen sich nicht selten suchtartige Verhaltensweisen. An Schulen werden Handy-Verbote sowohl diskutiert als auch bereits umgesetzt – Australien hat als erstes Land ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren gesetzlich verankert.
Während frühere Handys, mit denen man noch nicht ins Internet konnte, wenigstens meist nur dann sendeten, wenn man telefonierte, ist das bei den modernen Smartphones vollkommen anders: Je nach Einstellungen, Apps, Push-Nachrichten, Social-media- und Chat-Aktivitäten… senden diese sehr oft, nicht selten jede Minute immer wieder mal kürzer oder länger, oft sogar sekündlich rund um die Uhr, ohne dass man aktiv irgendetwas macht. Das Smartphone hat somit mit seiner Strahlung auch den aus baubiologischer Sicht wichtigsten Ort – das Bett – erreicht und kann dort unseren Schlaf stören.
- In mehr oder minder jedem Haushalt laufen mittlerweile WLAN-Netze zur billigen Datenübertragung von Smartphones, Tablets, Computern, Fernsehgeräten, Musikanlagen und vielem mehr. Aus baubiologischer Sicht ist hier besonders anzumahnen, dass die WLAN-Sender in Routern, Access-Points, Repeatern, Telefonanlagen… permanent gepulste Mikrowellen aussenden, in jeder Sekunde etwa zehnmal.
- In immer mehr Häuser ziehen Smart-Home-Anwendungen ein, um das Leben bequemer, einfacher, komfortabler, sicherer, energiesparender oder unterhaltsamer zu machen. Oft ist Funk mit im Spiel, mittlerweile muss man schon bei Leuchtmitteln, Kühlschränken oder Zahnbürsten damit rechnen, dass sie zeitweise oder ständig elektromagnetische Wellen aussenden.
- Hinzu kommen die über hunderttausend Mobilfunksendeanlagen auf Masten und Dächern wie auch (noch näher an Häusern) an Laternen, Ampeln, Litfaßsäulen, Fassaden oder sogar Kanaldeckeln, allesamt mittlerweile schon fast flächendeckend mit dem neuen Funkstandard 5G ausgestattet.
Ein Leben ohne mehr oder minder deutlichen Kontakt zu Funkwellen ist also heutzutage kaum mehr möglich – zumindest passiv wird man leicht durch Sender in der Umgebung oder von Nachbarn ‚bestrahlt‘, und selbst um aktive Nutzungen kommt man kaum mehr herum; für viele Anwendungen werden heute, insbesondere seit der Corona-Zeit, Handy-Apps benötigt.
Und ja, selbstverständlich sind viele dieser Nutzungen bequem und hilfreich (manche allerdings vielleicht auch überflüssig und letztendlich dem Menschen nicht unbedingt zuträglich), ist der ständige einfache Zugang zur großen weiten Welt des Internets von überall her oft fantastisch. Leider so fantastisch, dass viele Menschen sich ihm unkritisch hingeben und die analoge Welt vernachlässigen; viele Studien und Erfahrungen zeigen daraus folgende Probleme wie Suchtverhalten, Einsamkeit oder sogar Gehirnveränderungen.
Aktuelle Studienergebnisse
Mehr oder minder wöchentlich gibt es neue Studien, die gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Wellen zeigen oder wahrscheinlich machen. Wer sich hier gründlich informieren will, dem sei die Verbraucherschutzorganisation ‚Diagnose Funk‘ empfohlen, www.diagnose-funk.org. Den dort beschriebenen, zusammengefassten und verlinkten Studien kann man diverse Ergebnisse und Hinweise zu möglichen biologischen und gesundheitlichen Effekten entnehmen. Viele Fachleute sind daher der Ansicht, dass die 2011 von der WHO beschlossene Einstufung hochfrequenter elektromagnetischer Wellen als ‚möglicherweise krebserregend‘ nicht nur gerechtfertigt war, sondern aufgrund neuer Erkenntnisse der letzten Jahre inzwischen eine strengere Einstufung in ‚krebserregend‘ erforderlich macht.
Weiterhin zeigen Studien vielfältige Effekte auf Stoffwechselprozesse im Gehirn, Nervenzellen und Fruchtbarkeit oder belegen verschiedenste Zellschäden.
Baubiologische Überlegungen – der Schlafplatz ist am wichtigsten!
Aus baubiologischer Sicht ist der Schlafplatz der wichtigste Ort für Entspannung und Erholung. Dort lässt sich meist mit vertretbarem Aufwand und ohne nennenswerte Nachteile ein Umfeld schaffen, in dem man sich frei von gesundheitlich belastenden elektromagnetischen Wellen aufhalten bzw. schlafen kann. Falls dies gewährleistet ist, können tagsüber auch einige störende Einflüsse verkraftet werden. Dies zeigen Erfahrungen aus jahrzehntelanger baubiologischer Praxis.
Die gute Botschaft aus der Baubiologie ist: Für die meisten Menschen – ausgenommen besonders Elektrosensible – ist es gut machbar und, nachts übermäßige Funk- und Strahlungsquellen zu meiden.
Baubiologische Empfehlungen
Zur Gestaltung eines baubiologisch guten Schlafplatzes kann man viel tun, in jeder Situation gibt es eine unterschiedliche Kombination an Möglichkeiten und Maßnahmen. Manche Maßnahmen kann jeder umsetzen, für manche ist die Hilfe bzw. sind Messungen durch baubiologische Messtechniker sinnvoll bzw. nötig.
Auf jeden Fall sollte man
- nachts sein Smartphone und andere Geräte funkfrei schalten: Smartphones (wie auch Smartwatches oder Tablets) also entweder ganz ausschalten oder zumindest in den Flugmodus versetzen (dabei darauf achten, dass WLAN und Bluetooth am Gerät wirklich deaktiviert sind),
- den WLAN-Sender des Routers deaktivieren (oft bequem über eine Timer-Programmierung in der Router-Software machbar, alternativ z.B. per Knopfdruck am Router),
- WLAN- und Bluetooth-Funktionen an Fernsehgeräten, Lautsprechern, Druckern, bestimmten Spielgeräten… abschalten,
- DECT-Sender von Schnurlostelefonen sollten generell durch einen aktivierten Vollabschaltmechanismus (meist Eco oder ähnlich genannt) außerhalb von Telefonaten funkfrei eingestellt sein.
Ob weitergehende Maßnahmen sinnvoll bzw. nötig sind, kann nur durch baubiologisch-sachverständige Messungen abgeklärt werden; diese decken auf, ob z.B. von Nachbarn oder aus der weiteren Umgebung Funkwellen von Mobilfunksendern, WLAN-Netzen, schnurlosen Haustelefonen… einfallen, und wie man sich dagegen schützen kann. Geht es um Quellen bei Nachbarn, kann man mit diesen das Gespräch suchen und vielleicht WLAN- oder DECT-Geräte ‚entschärfen‘, nicht selten werden aber – wie auch bei Mobilfunk-Einstrahlungen aus der Umgebung – Abschirmmaßnahmen nötig. Hierzu ist unbedingt messtechnisch einzuschätzen, von wo – also über welche Wände, Fenster, Decken, Böden… – die Funkwellen eindringen und wo entsprechend abzuschirmen ist; hierzu stehen dann heutzutage erfreulicherweise diverse hocheffektive Materialien zur Verfügung wie Farben, Stoffe, Gewebe, Tapeten, Folien mit Dämpfungseigenschaften von über 99 %.
Zusätzlich zur strahlungstechnischen Optimierung von Schlafplätzen plädieren wir in der Baubiologie allerdings auch dafür, auch tagsüber seine ‚Dosis‘ an Funkwellen möglichst gering zu halten, z.B. nur das nötigste an Sendeaktivitäten seiner Endgeräte wie Smartphones zuzulassen. Muss man z.B. wirklich immer erreichbar sein und ständig googeln? Am Smartphone sollte man z.B. immer nur die Funkdienste (Telefonieren, Mobile Daten, WLAN, Bluetooth…) einschalten, die man gerade braucht, ansonsten alles deaktivieren. Und beim Telefonieren das Gerät nicht ans Ohr halten, sondern die Freisprecheinrichtung bei möglichst weit entferntem Handy nutzen. Wenn man mit Smartphones oder Tablets nur Datendienste (Internet, Mails, WhatsApp usw.) nutzen will und sich in der Nähe einer Netzwerk-/LAN-Dose befindet, ist dies im Übrigen vollkommen funkfrei per Ethernet-Adapter möglich. Und muss der eigene WLAN-Router sich nah an Daueraufenthaltsbereichen befinden und muss er ständig mit voller Leistung senden? Mehr Abstand oder geringere Sendeleistungs-Programmierungen können die Dauer-Strahlungsbelastungen um 90 % und mehr reduzieren.
Und schließlich sei abschließend darauf hingewiesen, dass man sich aus baubiologischer Sicht auf keinen Fall einzig auf den Funk konzentrieren sollte – genauso wichtig sind andere elektromagnetische Auffälligkeiten z.B. durch Elektroinstallationen, elektrische Leitungen und Geräte, aber auch bezüglich Schadstoffen oder Schimmelpilzen sollten Schlafräume bzw. generell Innenräume möglichst naturnah und belastungsarm bzw. -frei sein. Eine gute und seit Jahrzehnten bewährte Zusammenstellung möglicher Risiken bietet der Standard der Baubiologischen Messtechnik mit seinen ‚Richtwerten für Schlafbereiche‘.
Resümee
Es gibt viele Möglichkeiten, elektromagnetische Felder, Wellen und Strahlen in seinem persönlichen Umfeld zu reduzieren, um sich und andere zu schützen; oft sind diese sehr einfach, wenig aufwändig und mit keinen oder nur wenigen Nachteilen verbunden. Man muss es nur wollen, sich entsprechend informieren und umsetzen. Gerade am Schlafplatz sollte dies jeder tun, hier ist es am wichtigsten und oft gut machbar.
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