Baubiologie, Umwelt- und Klimaschutz im Bausektor

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Die globale Gesellschaft hat ein wachsendes Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz entwickelt, doch der Bausektor bleibt oft unbeachtet – dabei spielt er eine entscheidende Rolle. Bauen und Wohnen verbrauchen circa ein Drittel des weltweiten Gesamtenergieverbrauchs und setzen massive Mengen gesundheits- und umweltschädlicher Materialien frei. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

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Das Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN ist Herausgeber des Baubiologie Magazins.

Beton ist der Lieblingsbaustoff der modernen Architektur, doch seine Produktion ist extrem energieintensiv und belastet das Klima. Rund 8 % des weltweiten CO2-Ausstoßes gehen auf die Zementindustrie zurück. Allein China verbrauchte zwischen 2008 und 2010 mehr Zement als die USA seit Beginn der industriellen Revolution. Zudem ist Beton stark von den Rohstoffen Sand und Kies abhängig, dementsprechend ist deren Nachfrage in den letzten 20 Jahren enorm gestiegen. Sand ist heute der weltweit am meisten gehandelte Rohstoff nach Wasser.

Grafik 1 Jährlicher CO2-Ausstoß aufgrund von Zementherstellung nach Länder

Die Baubranche gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Die energieintensive Produktion von Baumaterialien wie Stahl, Zement, Sand und Aluminium steigt kontinuierlich an. Zudem verursacht der Bausektor erhebliche Mengen an Abfall. In den letzten Jahren stammte mehr als die Hälfte des gesamten Abfalls in Deutschland aus der Bau- und Abbruchbranche.

Grafik 2 Weltweite Produktionsmengen von Stahl, Zement, Sand, Kies und Aluminium

Doch nicht nur die Herstellung, auch der Betrieb und Unterhalt von Gebäuden verursacht bereits heute einen wesentlichen Teil des weltweiten Endenergieverbrauchs und der globalen Treibhausgasemissionen. Es wird prognostiziert, dass sich diese Situation durch den weltweit steigenden Zugang zu Elektrizität, mehr Wohnraum und durch verbesserte Lebensstandards weiter verschärfen wird.

Zwar sinkt der Raumwärmebedarf im Gebäudesektor durch verbesserte Wärmedämmung und Isolierverglasung stetig, diese Einsparung wird jedoch durch den gestiegenen Wohnflächenbedarf wieder vernichtet. So liegt in Deutschland die durchschnittliche Wohnfläche pro Person mittlerweile bei 49,2 m² (2024) – mehr als dreimal so viel wie in Indien. Seit 1970 hat sich der Raumwärmebedarf pro Kopf daher kaum verringert.

Grafik 3: Wohnfläche und Raumwärmebedarf im Vergleich

Welche Lösungen bietet die Baubiologie?

Die Baubiologie bietet Lösungen, um den ökologischen Fußabdruck des Bauens zu verringern. Sie berücksichtigt die Auswirkungen von Baustoffen und Bauweisen auf Gesundheit und Umwelt und setzt auf ressourcenschonende, natürliche Materialien. Die Einführung und Umsetzung echter Kreislaufwirtschaft im Bausektor ist dafür ein zentraler notwendiger Schritt.

Das Bauen und Wohnen bietet weltweit ein sehr großes Potenzial zur Emissionsminderung. Nachhaltige Fortschritte erfordern jedoch klare gesetzliche Vorgaben und ein stärkeres Bewusstsein in  Bauwirtschaft und Bevölkerung. Das IBN hat deshalb in den letzten gut 40 Jahren tausende Baubiolog*innen IBN im In- und Ausland ausgebildet und bietet zudem viele kostenlos verfügbare Informationen u. a. auf seiner Homepage. Ganzheitliche baubiologische Prinzipien sollten ganz selbstverständlich in jedem Bauprojekt integriert werden, um langfristig die Umwelt zu entlasten und gesunde Lebensräume zu schaffen.

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Grafik 1-2: ourworldindata.org
Grafik 3: pro clima – Handbuch WISSEN kompakt

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