Erweiterungsbau des Umweltbundesamtes (UBA)

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Das innovative Plus-Energie-Gebäude deckt seinen kompletten Energiebedarf mit erneuerbaren Energien. Es wurden umweltverträgliche Baustoffe wie Recyclingbeton und eine Wärmedämmung aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. Im Rahmen eines Monitorings mit ca. 2.500 Datenpunkten werden Energiebedarf und -produktion erfasst und ausgewertet.

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Das Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN ist Herausgeber des Baubiologie Magazins.

Der Siegerentwurf des Architekten- und Ingenieurwettbewerbs überzeugt mit einer intelligenten Falttechnik der Fassade. Diese vergrößert die Oberfläche, um eine höhere Ausbeute an Sonnenenergie erzielen zu können. Die PV-Elemente stehen im 75-Grad-Winkel und verleihen damit dem Gebäude die charakteristischen Licht- und Schattenflächen. Die 111 Arbeitsplätze sind vorwiegend in Einzel- und Doppelbüros untergebracht, diese werden durch zwei Multi-Space-Flächen ergänzt. Im Konferenzbereich des Erdgeschosses liegen zwei große Tagungsräume, für jeweils etwa 40 bis 60 Personen, von denen einer teilbar ist.

Energetisches Konzept

Die Fassade bildet mit 74,7 kWp das regenerative Kraftwerk des Gebäudes, welches zusammen mit den Photovoltaikmodulen auf dem Dach, die 57,4 kWp Leistung erbringen, den Strom für das Gebäude erzeugt. Die Gesamtfläche der PV-Anlage beträgt 826 m² und kann etwa 130.000 kWh pro Jahr erzeugen. Bei Überschussproduktion wird der regenerative Strom innerhalb der Liegenschaft verwendet oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Eine 54-kW-Wärmepumpe nutzt über 32 Erdwärmesonden das geothermische Potenzial, um die Decken des Gebäudes mittels Bauteilaktivierung im Winter aufzuheizen und im Sommer zu kühlen. Die Wärmepumpe wird mit dem natürlichen Kältemittel Propan betrieben. Unter den PV-Modulen befindet sich eine extensive Dachbegrünung.

Mithilfe motorisch betriebener Schwingflügelfenster werden die Büroräume im Sommer über freies Lüften nachts natürlich gekühlt. Die Büroräume sind nicht klimatisiert. In den Übergangsjahreszeiten erfolgt die Lüftung der Räume über die Fenster. Im Sommer und Winter minimiert die Lüftungsanlage über effiziente Wärmetauscher die Energieverluste beim Heizen bzw. Kühlen.

Über ein Bedientableau in den einzelnen Räumen erfolgt die Steuerung von Sonnenschutz, Fensteröffnung, Raumtemperatur und Lüftung bei Bedarf individuell. Über eine Gebäudeleittechnik kann auch eine zentrale Steuerung dieser Bauteile erfolgen. Die Steuerung der Beleuchtung erfolgt tageslicht- und präsenzabhängig. Die beiden Atrien werden natürlich über Lüftungsöffnungen im Erdgeschoss und im Dach über den Kamineffekt be- und entlüftet.

In 15 Referenzräumen des Gebäudes werden Lufttemperatur, relative Feuchte und CO₂-Gehalt gemessen. Diese Daten dienen u.a. als Grundlage zur Steuerung des Gebäudes über die Gebäudeleittechnik. Die Einsteuerung der technischen Anlagen des Gebäudes über ein mehrjähriges Monitoring ist ein wesentlicher Baustein zum langfristigen energieminimierten Gebäudebetrieb. Der Primärenergiebedarf für das Gebäude ist mit 32,8 kWh/(m²*a) ausgewiesen.

Baustoffe und Bauteile

Recyclingbeton kam in etwa 1.650 m³ des Rohbaus und damit zu etwa 60 % zum Einsatz. In den Innenwänden ist Hanfdämmung verbaut. Auf der bewitterten Außenseite befinden sich Holz-Alu-Fenster. Alle Fenster entsprechen dem Passivhausstandard. Der Fußbodenbelag besteht aus Massivholzparkett in Eiche.

Die Auswahl emissionsarmer und schadstofffreier Bauprodukte (z.B. Wandfarben) sowie begleitende Raumluftmessungen unterstützte das Ziel einer sehr hohen Innenraumluftqualität.

Nutzung der Arbeitsplätze optimiert

Mobiles Arbeiten ist im UBA freiwillig, gleichzeitig ist aber bei regelmäßiger mobiler Arbeit die Teilnahme am Desk-Sharing verpflichtend. So teilen sich beispielweise drei Personen zwei Büroarbeitsplätze und nutzen parallel das mobile Arbeiten. Begonnen wurde mit einer Desk-Sharing-Rate von 0,8. Das bedeutet, dass sich 100 Personen 80 Arbeitsplätze teilen. Diese Rate wird sich schrittweise auf 0,7 und 0,6 weiterentwickeln. So soll sichergestellt werden, dass auch bei einem weiteren Personalzuwachs in absehbarer Zeit keine zusätzlichen Erweiterungsbauten notwendig sein werden.

Den Mitarbeitern und Besuchern stehen – zusätzlich zu den bereits auf der Liegenschaft vorhandenen – weitere 73 Fahrradstellplätze (davon 67 in einem Pavillon) und 32 Kfz-Stellplätze zur Verfügung. Ladestationen für E-Bikes und E-Autos gibt es in verschiedenen Varianten.

Baudaten

Erweiterungsbau Umweltbundesamt

Nutzer Umweltbundesamt, Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
VermieterBundesanstalt für Immobilienaufgaben
BauverwaltungBau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt, Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
FertigstellungAugust 2023
Gesamtkostenca. 14 Mio. €
Nutzfläche2.247 m²
Bruttogrundfläche4.780 m²
Arbeitsplätze111
Architekt Anderhalten Architekten
Technische GebäudeausrüstungWINTER – beratende Ingenieure für Gebäudetechnik GmbH
LandschaftsplanungST raum a.
MonitoringBundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Quellenangaben

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Bilder: UBA | Peter-Paul Weiler
Quelle: Zusammengestellt aus Pressemitteilungen und Informationsbroschüren des Umweltbundesamtes von Josef Frey, IBN

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