Sind Feuerlöscher giftig?

Als Feuerwehrfrau wurde mir kürzlich von einem Baubiologen berichtet, dass Feuerlöschschäume umwelt- und gesundheitsschädlich sein können und dadurch sowohl meine Gesundheit sowie als auch die meiner Kolleginnen und Kollegen gefährden. Darüber hinaus bestünde die Gefahr, dass nach Löscharbeiten auch die Gesundheit weiterer Personen z. B. in Gebäuden beeinträchtigt wird. Haben Sie hierzu genauere Informationen? Gibt es Feuerlöschschäume, die ungiftig oder zumindest weniger schädlich sind?

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Antwort

Feuerlöscher und Löschdecken sind überlebenswichtig, da sie Brände frühzeitig eindämmen und dadurch auch die Freisetzung gesundheitsschädlicher Schadstoffe verhindern können. Deshalb sind sie unter anderem in Arbeitsstätten und öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben und für jede Wohnung und jedes Wohnhaus dringend zu empfehlen. Die Löschmittel müssen jedoch zur Brandklasse passen:

  • A: Feste Stoffe (Holz, Papier) – Wasser, Schaum, Pulver – geeignet z. B. für Wohnräume
  • B: Flüssigkeiten (Benzin, Öl) – Schaum, Pulver, CO2 – geeignet z. B. für Garagen
  • C: Gase (Propan, Methan) – Pulver, CO2
  • D: Metalle (Magnesium, Aluminium) – Metallbrandpulver
  • F: Speiseöle/-fette (Küche) – Fettbrandlöscher, Löschdecke – geeignet z. B. für Küchen
  • Für elektrische Anlagen eignen sich Löschmittel, die nicht leitfähig  sind und keine weiteren Schäden durch Stromschlag oder Kurzschluss verursachen.

Bewertung der Löschmittel aus baubiologischer Sicht

  • Pulverlöscher: Wegen feinem Staub, Reizwirkung und Korrosionswirkung für Wohnräume ungeeignet; Reizung von Atemwegen; erheblicher Reinigungsaufwand.
  • Schaumlöscher: Besser geeignet als Pulverlöscher, aber: Ältere Modelle enthalten oft per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS), die als gesundheits- und umweltschädlich gelten und ab Oktober 2026 verboten sind. Deshalb ältere Schaumlöscher bzw. Schäume gegen fluorfreie Varianten (F3) austauschen.
  • Wasserlöscher: Unproblematisch, aber nur für Brandklasse A geeignet; bei Fettbrand sogar extrem gefährlich, da es eine sogenannte Fettexplosion auslösen können.
  • CO2-Löscher: Rückstandsfrei, gut für Technikräume, im Wohnbereich wegen Erstickungsgefahr nur für professionellen Einsatz z. B. durch die Feuerwehr geeignet.
  • Löschdecken: Meist aus Glasfasern. Neue unbeschädigte Löschdecken aus Glasfasern sind weitgehend emissionsfrei. Nach Gebrauch/Beschädigung können jedoch freigesetzte Glasfasern die Atemwege reizen. Inwieweit Spezialimprägnierungen toxisch sind, ist individuell zu prüfen. Löschdecken müssen die Norm EN 1869:2019erfüllen.

Fazit

Für Wohnbereiche sind vorzugsweise Wasser- oder PFAS- bzw. fluorfreie Schaumlöscher (F3) kombiniert mit Löschdecken geeignet. Pulverlöscher sollten auf Nebenbereiche beschränkt bleiben.

Diese Frage beantwortete Ihnen Josef Frey, IBN

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