„Die Gute Form 2018“

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Beim Bundesgestaltungswettbewerb „Die gute Form 2018“ dreht sich alles um das Gesellenstück.

Die gelungensten Gesellenstücke eines Abschlussjahrgangs werden jährlich zunächst auf regionalen Wettbewerben prämiert. Die Besten nehmen dann am Bundesentscheid teil, der jährlich auf einer großen Handwerksmesse stattfindet.

Eine Anforderung des Wettbewerbs besteht darin, dass die Gesellinnen und Gesellen Werkstücke entwerfen, die dem heutigen Zeitgeist entsprechen. Dabei kommt es aber nicht nur auf das Design an. Die Jury schaut genau hin und bewertet außerdem Idee und Form, aber auch, wie sorgfältig gearbeitet wurde und dass Nutzungsqualität gegeben ist.

So auch beim diesjährigen Gewinner Martin Bader. „Aufgeräumt, filigran dimensioniert, mit einer aparten Materialkombination“, so konnte der Baden-Württemberger die Juroren mit seinem Gesellenstück „Colonna“ (ital. Säule) auf Anhieb überzeugen. Der „Organizer“ aus Amerikanischen Kirschbaum und grauem Schichtstoff bietet Stauraum für Alltagsgegenstände. Neben der gelungenen Form- und Materialsprache lobte die Jury vor allem die vielschichtigen, innenliegenden Nutzungsebenen, die aus dem Utensilienschränkchen einen wahrhaften „Flur-Organizer“ machen.

Der „Tenorhornkoffer“ von Martin Weber aus Bayern erzielte dank seiner kunstvollen Formensprache und mit durchdachten Details den zweiten Platz. So überrascht der dünnwandige Instrumentenkoffer aus Akazie mit einer ausklappbaren Sitzgelegenheit
und funktionalen Details. Der Dritte Platz geht an Kader Arslan aus Nordrhein-Westfalen. Ihre graphisch gestaltete „Mokka-Bar“ besticht durch die Kombination aus verschiedenen, hochwertigen Holzfurnieren und edlem Messing, urteilte die Jury.

1 Martin Bader, Baden Württemberg: Organizer „Colonna”
2 Julia Schröder, Brandenburg: Schreibtisch „Nussbaum und Eiche“
3 Sabine Goller, Berlin: Fahrradanhänger „Picknick Cruiser“
4 Johannes Regnery, Rheinland-Pfalz: Sideboard „Risseiche“

Neben den drei Bundessiegern vergaben die Juroren noch Sonderpreise, sowie drei Belobigungen. Über den Sonderpreis „Beschlag“ freut sich Janis Raphael Kappel aus Niedersachsen. Kappel erhält ihn für den durchdachten Edelstahlbeschlag seines „Koch- und Küchenarbeitstisches“ aus französischen Nussbaum, Edelstahl und Linoleum. Christoph Steen aus Schleswig-Holstein sichert sich indes für seinen zeitlosen und praktischen Schreibtisch den Sonderpreis „Massivholz“. Die Kombination des Korpus aus massiver geräucherter Eiche und dem Linoleum der Schubladen wirkt sehr elegant und strahlt zugleich handwerkliche Tradition aus. Der Sonderpreis „Oberfläche“ geht nach Bayern an Florian Meigel. Der Deutsche Meister im Tischler- und Schreinerhandwerk von 2017 erhält die Auszeichnung für die „spielerische Umsetzung des alten Themas Intarsie“ an seinem Aufbewahrungsmöbel für Long- board-Zubehör „Pixelart 172 “.

Sabine Goller aus Berlin erhielt Lob und Anerkennung für ihren innovativen Fahrradanhänger „Picknick-Cruiser“., der als Zeichen für die ökologische Wende im Berliner Straßenverkehr gesehen wird. Theresa Dettling (Baden-Württemberg) wird für ihren farbenfrohen Schmink- und Schreibtisch „Symbiose“ belobigt und Lennard Wintjen (Niedersachsen) für seinen praxisgerechten Planer-Schreibtisch. Die Herzen des Publikums eroberte Johannes Regnery aus Rheinland-Pfalz mit seinem „Sideboard in Risseiche“. Eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema Formverleimung, die durch den Kontrast der roh anmutenden Oberfläche aus Eiche und dem homogenen Glas belebt wird.

Die innovativen und kreativen Einzelstücke zeigen das hohe handwerkliche Können und ästhetische Empfinden, das bereits am Ende der dreijährigen Gesellenausbildung vorhanden ist. Erfreulich ist auch der vermehrte Einsatz von „ehrlichen“ und/oder nachhaltigen Materialien wie Massivholz, Linoleum, Edelstahl, Messing oder Filz. Viele der Möbelstücke sind Alternativen zum Herkömmlichen und entsprechen dem heutigen Zeitgeist. Trotz oder gerade durch die Verwendung des Naturmaterials Massivholz, wie die Teilnehmerin Julia Schröder schön in Ihrem „Schreibtisch“ aus Nussbaum und Eiche zeigt.

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Quellenangaben und/oder Fußnoten:

Titelbild: Tischler Schreiner Deutschland

Autor
Josef Frey

Josef

Frey

Dipl.-Ing. für Innenarchitektur, Baubiologe und Mitarbeiter im IBN

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