Schimmelspürhund Amelie – ein Fallbeispiel

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Nicht sichtbaren Schimmel suchen und finden, ist eine wertvolle Leistung. Dafür habe ich meine Border Collie Hündin Amelie in einer Hundeschule zu meiner vierbeinigen Kollegin qualifiziert.

Ausbildung

Eine Ausbildung zum Schimmelspürhund braucht viel Zeit und Geduld. Besonders wichtig war deshalb die sehr kompetente Leiterin der Hundeschule Greh in Berlin. Begonnen wurde mit Schimmelpilzproben auf Watteröllchen (wie sie Zahnärzte verwenden) in Gläsern. Selbst wenn Schimmel kaum zu erkennen war, konnte Amelie diese finden. Zu Beginn wurde das offene Glas in passender Höhe gehalten und wenn die Spürnase an der Öffnung war, wurde gelobt. Als das zuverlässig klappte, wurde das Glas ein Stück weggehalten und später auf den Boden gestellt und dann auch ein paar Meter entfernt abgestellt. Mit dem eingeführten Kommando „Schimmel“ war die Nase wieder dran, es wurde gelobt und es gab ein Leckerli.

Übung macht den Meister

Nach diesem ersten Übungsblock habe ich das zu Hause mit Amelie weiter geübt. Border Collies lernen sehr schnell und sie sind auch sehr willig zu arbeiten, zu helfen. Außerdem sind sie sehr selbstständig. Ich hatte Watteröllchen in verschiedene Schimmelgattungen/-arten gelegt und etwas darin gerollt. Die Proben kamen dann in Gläschen und Fläschchen, die ich versteckte. Nachdem ich „Schimmel“ sagte, kam Amelie in den Raum und suchte. Beim Suchen hatte sie immer Freude und wenn sie die Probe fand, freute ich mich, lobte sie sofort und gab ein Leckerli. Und genau das war ein Fehler, den ich im zweiten Übungsblock korrigieren musste.

Das Finden und dann „ruck zuck“, wo ist mein Leckerli, konnte so nicht weiter gemacht werden. In der Praxis muss der Hund an der Fundstelle eine gewisse Zeit verweilen. Nur so erhält man die erforderliche Sicherheit, zudem hat man den Hund nicht jede Sekunde im Blick. Letztendlich hat es einige Tage gedauert, das „ruck zuck“ abzugewöhnen. Beim Suchen höre ich das Luft in die Nase ziehen sehr deutlich und wenn die Probe gefunden ist, höre ich nichts mehr. Stilles Stehen und die Nase an oder in Richtung der Probe ist dann das verweisen.

Vielfältige Praxisbedingungen

Im Laufe der weiteren Übungen hatte ich weitere Proben angelegt. Als Nährböden Gipskarton, Polystyrol, Holz … und alles mit verschiedenen Schimmelpilzgattungen/-arten. Jede Probe hat einen etwas anderen Geruch und der Hund muss möglichst viele Gerüche kennen. Man kann jedoch nicht ausschließen, dass ein Hund mal etwas nicht anzeigt. Deswegen ist die Vielfalt an Gerüchen beim Üben wichtig.

Kaum nachvollziehbar und sehr beeindruckend ist das Finden und Verweisen sehr schwacher Geruchsquellen. Ich hatte im Schrankraum drei Fläschchen mit verschiedenen Proben unter den Schrank versteckt. Die Kappen hatte ich so auf das daneben befindliche Schränkchen gelegt, damit Amelie sie nicht sehen konnte. Zuerst hat sie jedoch auf die kleinen Kappen verwiesen, an deren Innenseite sich nur etwas Geruch von der Probe angesammelt hatte. Danach habe ich die Proben nach hinten verschoben und wieder Schimmel gesagt. Dann fand sie den Geruch unter dem Schrank und verwies geduldig darauf.

Zu beachten sind auch Luftströmungen. Zu Beginn des zweiten Übungsblockes wollte ich Amelie’s Können vorführen. Eine Probe hatte ich am Boden unter einem Schränkchen versteckt. Amelie verwies aber nicht dorthin, sondern in Höhe einer Strahlungswärmeplatte, die sich über und etwas neben dem Schränkchen befand. Wie kann das sein? Die Platte war warm und somit wurde auch die umgebende Luft erwärmt. Die erwärmte Luft strömte nach oben und zog somit kältere Luft von unten mit ab. Damit stieg auch der Geruch aus der Probe nach oben.

1 Amelie verweist zunächst auf die Kappen der Probefläschchen
2 Anschließend verweist Amelie auf die Proben unter dem Schrank

Das Suchen von Proben bis ca. 1,5 m Höhe gelingt schon, allerdings ist das schwerer als unten und erfordert viel Übung. Deswegen stelle ich jetzt Amelie auch auf höhere Stellen wie z.B. Tische, damit sie sich erst mal daran und später an das Suchen in solchen Höhen gewöhnt.

Wichtig

Einsätze in Wohnungen oder Büroräumen sind für jeden Hund sehr anstrengend. Es sind Pausen notwendig und es sind nur zwei bis drei Einsätze pro Woche möglich. Außerdem muss mit Kunden der Einsatz vorher besprochen und entsprechend vorbereitet werden.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass die Ausbildung zum Schimmelspürhund aufwändig ist und auch ständig geübt werden muss. Zudem benötigt auch der Hundeführer viel Sachverstand zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden. Beides ist bei den Einsatzkosten zu berücksichtigen.

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Quellenangaben und/oder Fußnoten:

Michael Aurich

Autor

Michael

Aurich

Dipl.-Ing., Baubiologischer Messtechniker IBN, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Chemnitz

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